Gebiets-Heimatkundemuseum Saratow
Das Museum in Saratow wurde 1886 von der wissenschaftlichen Archivkommission Saratow und der Gesellschaft fuer Naturforscher gegruendet.

Die Geschichter politischer Repressionen und des Gulag in der Region Saratov wird in einigen Saelen der Dauerausstellung vorgestellt: “Aus der Geschichte der Wolgadeutschen“, „Unsere angesehenen Landsleute – Gelehrte und Kulturschaffende“, und ebefalls in einzelnen Schaukaesten in den historischen Saelen. So werden in der Ausstellung, die der „Kulturrevolution“ in der Region Saratov gewidmet ist, Materialien und Dokumente zur Schliessung von Kirchen, zu Verhaftungen von Geistlichen und dem Entzug des Wahlrechts vorgestellt. Die thematische Schautafel enthaelt biographische Materialien der waehrend der Periode des grossen Terrors Verhafteten und Hingerichteten, auf der Schautafel „Rehabilitierung in den 1950-1960er Jahre“ sind Kopien von Rehabilitierungs-Bescheinigungen in der Zeit des Tauwetters unter Chruschtschow ausgestellt. In dem Saal, welcher dem Krieg gewidmet ist, befindet sich die Schautafel „Die Gesellschaft junger Revolutionaere“, auf welcher die Geschichte der antistalinistischen Kinder-und Untergrundorganisation von Schuelern einer Mittelschule vorgestellt wird. S. Schwarz und G.Pawlow wurden 1943 in Saratow verhaftet und zu 4, respektive 6 Jahren verurteilt. Auf der Schautafel befinden sich Flugblaetter, Materialien der Untersuchungsakte und Briefe aus dem Gefaengnis an die Eltern. In einer eigenen Vitrine befinden sich Spielzeug, ein Heizkissen fuer den Teekessel, Handarbeiten, welche M.N. Kube (-Norkina) waehrend der Gefangenschaft im Gefaengnis in Saratow zwischen 1941-und 1944 angefertigt hat.

In der Daueraustellung „Aus der Geschichte der Wolgadeutschen“ wird die Geschichte der Kolonisten, Auswanderer aus den sueddeutschen Gebieten vorgestellt, sowie die Entstehung, Geschichte, Liquidierung der autonomen Republik der Wolgadeutschen (1924-1941). Die Ausstellung beinhaltet eine reiche ethnographische Sammlung: Lebensweise, Tradition, Sprache, Kultur, Gegestaende des religioesen Kults, unter anderem Holzskupturen, Gewaender eines Geistlichen aus der katholischen Kirche des Heiligen Clementin in Saratow, welche im Jahre 1938 geschlossen wurde.Die Abteilung „ethnische Verbannung“ enthaelt Biographien und Photographien, persoenliche Gegenstaender der deutschen Familien, welche nach Sibirien und Kasachstan deportiert wurden; es werden rare Dokumente gezeigt: handschriftliche Bescheinungen ueber die Geburt von Kindern in der Verbannung und ueber durchgefuehrte Konfirmationen und Trauungen.

Im Museumssaal „Unsere angesehenen Landsleute – Gelehrte und Kulturschaffende“ befindet sich eine Ausstellung biographischer Materialien und Dokumente ueber die Zeit, die Nikolaj Iwanowitsch Wawilow 1917-21 in Saratow verbrachte: In jenen Jahren stand er der Fakultaet der Privatlandwirtschaft an der agronomischen Fakultaet der Universitaet Saratow vor. Im Januar 1943 starb Wawilow im Gefaengnis von Saratow, er ist auf dem Woskresenje-Friedhof bestattet.

In Zusammenarbeit mit der Regionalbehoerde des Foederalen Sicherheitsdienstes FSB in Saratow fand im Dezember 2004 die Ausstellung „Im Kampf und in Sorge... - Aus der Geschichte der Tscheka im Gouvernement Saratow“ statt, in der Fotografien, Dokumente, Auszeichnungen und Reliquien der Tscheka ausgestellt wurden.

Ausserdem widmete das Museum dem Thema Gulag und Sowjetterror Wechselausstellungen jeweils zum 30. Oktober (dem Gedenktag der Opfer politischer Repression): „Zurueckgegebene Namen“ (1991-92) und „Repressionen im Gebiet Saratow“.

Die Sammlung zu diesem Thema wurde Ende der 1980er Jahre begonnen, sie ist nicht in einen separten Fundus aufgeteilt. Sammlungen zu Einzelpersonen sind in der Namenskartei unter „Wolgadeutsche, Repression“ gefuehrt. Praktisch alle im Museum vorhandenen Materialien werden in der staendigen Ausstellung ausgestellt.

Zu den thematischen Exkursionen und Vortraegen, die das Museum fuer Besucher aller Altersklassen organisiert hat, gehoeren „Aus der Geschichte der Wolgadeutschen“ (ueber die Besiedlung der Gegend durch Fremde gegen Ende des 18. Jahrhunderts, kulturelle Besonderheiten und den Alltag der Wolgadeutschen, die Entstehung und Aufloesung der Republik der Wolgadeutschen), „Das Gebiet Saratow in den 1930er Jahren“, „Zurueckgegebene Namen“ und „Leben und Werk von N.I. Wawilow“.

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