Forschungs- und Informationszentrum „Memorial“
Das Forschungs- und Informationszentrum Memorial wurde 1989 von Wenjamin W. Iofe gegruendet und besitzt seit dem Jahr 2000 eigene Raeumlichkeiten. Memorial verfuegt ueber ein Dokumentationszentrum (Archiv, mehrere Museumskollektionen, eine Bibliothek), sowie einen Film- bzw. Ausstellungssaal mit einer Ausstellungsflaeche von 75 m 2.

Das Zentrum besitzt keine Dauerausstellung, sondern entwickelt temporaere und Wanderausstellungen, insbesondere die Wanderausstellung „In der Welt zweier Diktaturen. Russland und Deutschland im 20. Jhr.“. Diese war im Zentrum selbst (2000-2003), in Woronesch (2001), Syktywkar (2002), Glasgow (2003) und Riga (2004) zu sehen. Ausgestellt waren Dokumente und Material aus dem Archiv des Zentrums sowie aus staatlichen und privaten Archiven, persoenliche Gegenstaende ehemaliger Gefangener und Gegenstaende des Lageralltags.

Seit 1994 hat Memorial ueber 20 temporaere thematische Ausstellungen organisiert, darunter: „Die Welt des Gulag“ (1994, 1996, 1998), „Kem – die Schwelle der Solowezker Inseln (1995), „Menschewiken in Sowjetrussland (1995), „Auf beiden Seiten der Gefaengnistuer: Kunst aus dem Gulag“ (1995), „In der Umgebung unserer Gefaengnisse“ (1997), „60 Jahre nach dem Gro?en Terror (1997), „Samisdat“ (2001), „Budapest-Leningrad, 1956“ (2001), „Aus der Geschichte des ‚Sonderkonstruktionsbueros’ OKB-172 (2001), „Workuta-Leningrad. Die Geschichte des Widerstands am Beispiel Komis, 1950er- 1980er Jahre“ (Syktywkar – St. Petersburg, 2003) und andere.

Die Sammlung besteht aus Personen-Archiven (2868 Akten – persoenliche Dokumente, Briefe, Tagebuecher, sowohl Originale als auch Kopien), einem Fotoarchiv (rund 10.000 Fotos), einem Archiv mit Erinnerungen (ueber 200 Akten), einem Objektarchiv (rund 600 Gegenstaende) und anderen. Die Sammlung ist in thematische Einheiten unterteilt, z.B. „Samisdat“, „ Die Menschewiken nach 1917“, „Politische Gefangene, 1950er - 1980er Jahre“, „Das Lager auf den Solowezker Inseln“, und enthaelt auch ein Archiv fuer muendlich ueberlieferte Geschichte.

Das Forschungs- und Informationszentrum „Memorial“ organisiert regelmae?ig wissenschaftliche Konferenzen sowie Kultur- und Lehrveranstaltungen, insbesondere das jaehrliche Symposium zum Gedenken an Wenjamin W. Iofe. Memorial veroeffentlicht auch eigene Buecher. Es werden Vorlesungen, Diskussionen, runde Tische, Vorfuehrungen von Dokumentarfilmen, Rechtsberatung und Unterstuetzung bei Recherchen angeboten.

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