Ueberregionales Heimatkundemuseum Workuta
Das Heimatmuseum von Workuta wurde im Jahre 1960 eroeffnet, seit 1968 ist es ein ueberregionales Museum zur Erforschung des Gebietes im hohen Norden Russlands.

Im Jahre 1989 wurden in der Dauerausstellung „Workuta – Stadt hinter dem Polarkreis. Geschichte einer Stadt“ zum ersten Mal Exponate ausgestellt, die die Lagervergangenheit Workutas widerspiegeln: Kopien von Dokumenten und Fotografien aus den Archiven der Republik, darunter auch solche aus den Archiven des Staatssicherheitsdienstes. Das Studium und die Darstellung der Gulag-Periode waehrend der Entstehung der Stadt wurde zu einer der Hauptaufgaben des Museums.

Das Museum erarbeitet auch temporaere Ausstellungenzur Lagerthematik: „Geschichte einer Familie“ und andere. Einige dieser Ausstellungen, z.B. „Leben nach dem Tode“ (2000), die sich mit dem Schicksal Gefangener nach der Haftentlassung und der Entfaltung ihres kuenstlerischen und wissenschaftlichen Koennens befasst, sind Bestandteil der Dauerausstellung geworden.

Die Sammlung zum Thema „Geschichte des Lagers Workutlag“ enthaelt heute 1700 Ausstellungseinheiten (im Grundbestand 538, im wissenschaftlichen Behelfsfonds 1184 Einheiten). Ein grosser Teil davon sind Dokumente und Fotografien. Im Sachfundus lagern persoenliche Gegenstaende der Gefangenen des Workutlag und sogenannte „Lager-Archaeologie“, d.h. Gegenstaende, die an den Orten ehemaliger Lageraussenstellen gefunden wurden, so z.B. aus Brotteig hergestellte Schachspiele usw. Das Museum besitzt eine bedeutende (ca. 700 Einheiten starke) Kollektion von Kunstwerken, die von den Gefangenen des Workutlag sowohl waehrend der Gefangenschaft als auch nach der Entlassung angefertigt wurden (Grafik, Malerei, selbstgefertigte Postkarten), eine einmalige Zusammenstellung von Aushaengen und Programmen des musikalisch-dramatischen Theaters von Workuta, dessen Kollektiv zum Grossteil aus Haeftlingen bestand, und gebundene Ausgaben der Zeitung „Sapoljarnaja Kotschegarka“ („Polar-Hochofen“).

Die Gegenstaende des Lageralltags aus dem Besitz des Museums wurden auf internationalen Ausstellungen in Leipzig (1999) und Bonn (2004) ausgestellt. Das Museum nimmt Teil am russisch-deutschen Ausstellungsprojekt „Spuren. Deutsche und Russen in der Geschichte“.

Es wird ein Briefwechsel mit ehemaligen Haeftlingen gefuehrt. Auf Anfragen von Verwandten oder Freunden ehemaliger Haeftlinge der Lager Workutasstellt das Museum Nachforschungen nach Spuren ihres Schicksals an. Im Museum finden Fuehrungen, Vortraege und Diskussionen statt: „Die Menschen von Workutlag“, „Liebe und Kinder hinter Stacheldraht“, „Theater des Gulag“. Das Museum nimmt Teil an den jaehrlichen Gedenktagen am 30. Oktober und 1. August, dem Tag der Erschie?ung der streikenden Haeftlinge von Jur-Schor im Jahre 1953. Fuer die Homepage der Stadt wurde die Seite „Menschen und Schicksale“ zusammengestellt.

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